Regulierte Selbstregulierung ist ein Regelungsmechanismus, der private Interessen und staatliche Zwecke zu neuen Aufgabenarrangements vereint. Wenngleich dieses Phanomen vor allem in gegenwartsbezogener Weise beobachtet wird, so lasst es sich doch auch in der Vergangenheit verorten. Der Beobachtungsschwerpunkt lag dabei bisher auf Deutschland, das eine spezielle Tradition der staatlichen Einbindung intermediarer Krafte vorweisen kann. Andererseits lassen sich ab Ende des 19. Jahrhunderts in vie…
Regulierte Selbstregulierung ist ein Regelungsmechanismus, der private Interessen und staatliche Zwecke zu neuen Aufgabenarrangements vereint. Wenngleich dieses Phanomen vor allem in gegenwartsbezogener Weise beobachtet wird, so lasst es sich doch auch in der Vergangenheit verorten. Der Beobachtungsschwerpunkt lag dabei bisher auf Deutschland, das eine spezielle Tradition der staatlichen Einbindung intermediarer Krafte vorweisen kann. Andererseits lassen sich ab Ende des 19. Jahrhunderts in vielen westlichen Gesellschaften interventionsstaatliche Schube verzeichnen. In ihrem Zuge wurden bestehende staatliche Aufgabenfelder erweitert und neue hervorgebracht. Dies verband sich mit einer Intensivierung administrativer Einflussnahme und gesetzlicher Programmierung, aber auch mit einer verstarkten Einbindung privater Akteure, denen in unterschiedlichem Masse Spielraum zur eigenverantwortlichen Gestaltung gelassen wurde. Die Spielarten derart entstandener regulierter Selbstregulierung waren mannigfaltig: neben der Integration in korporatistische Konzepte findet man eher liberale Varianten, die die Eigeninitiative grosstenteils bei privaten Organisationen beliessen, kooperative Verhandlungslosungen oder versteckte Formen, in denen die staatliche Entscheidungsprarogative nach aussen hin gewahrt blieb, intermediare Krafte aber diskret einbezogen wurden. Diese vielgestaltigen Auspragungen werden in diesem Band am Beispiel Deutschlands, Osterreichs, der Niederlande, Frankreichs, Schwedens, Italiens und der USA verdeutlicht.
Regulierte Selbstregulierung ist ein Regelungsmechanismus, der private Interessen und staatliche Zwecke zu neuen Aufgabenarrangements vereint. Wenngleich dieses Phanomen vor allem in gegenwartsbezogener Weise beobachtet wird, so lasst es sich doch auch in der Vergangenheit verorten. Der Beobachtungsschwerpunkt lag dabei bisher auf Deutschland, das eine spezielle Tradition der staatlichen Einbindung intermediarer Krafte vorweisen kann. Andererseits lassen sich ab Ende des 19. Jahrhunderts in vielen westlichen Gesellschaften interventionsstaatliche Schube verzeichnen. In ihrem Zuge wurden bestehende staatliche Aufgabenfelder erweitert und neue hervorgebracht. Dies verband sich mit einer Intensivierung administrativer Einflussnahme und gesetzlicher Programmierung, aber auch mit einer verstarkten Einbindung privater Akteure, denen in unterschiedlichem Masse Spielraum zur eigenverantwortlichen Gestaltung gelassen wurde. Die Spielarten derart entstandener regulierter Selbstregulierung waren mannigfaltig: neben der Integration in korporatistische Konzepte findet man eher liberale Varianten, die die Eigeninitiative grosstenteils bei privaten Organisationen beliessen, kooperative Verhandlungslosungen oder versteckte Formen, in denen die staatliche Entscheidungsprarogative nach aussen hin gewahrt blieb, intermediare Krafte aber diskret einbezogen wurden. Diese vielgestaltigen Auspragungen werden in diesem Band am Beispiel Deutschlands, Osterreichs, der Niederlande, Frankreichs, Schwedens, Italiens und der USA verdeutlicht.
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